Posted by: lahja on: 30. März 2008
ja, endlich is es soweit. meine lieblingscovertante, sarah brightman, hat endlich ein neues album rausgebracht. allein ihre stimme lässt einen gänsehaut bekommen, wir erinnern uns an ihr bekanntestes werk (eine der meist verkauften singles aller zeiten) “time to say good bye” von dem album “fly”, das einem wirklich an vieles und doch wieder nichts erinnern und gedenken lässt.
zu beginn möchte ich “lieblingscovertante” einmal ausführlicher erklären, wenn man schon so viele alben auf dem markt hat wie die guteste, dann muss man sich darüber im klaren sein, dass sie das vorrecht hat lieder auf ihre art und weise zu interpretieren, etwas mehr klassisch und mit orchester.
bevor “symphony” erschien, hieß es, dass die plattenfirma sie töten würde für die düsternis des albums. ein wenig überrascht war ich doch, als ich im plattenladen herausfand, dass das intro (gothica) und der darauffolgende zweite track (fleurs du mal) mehr als nur düster waren. fleurs du mal gab sogar den ausschlag, dass ich mir das sehr preiswerte (9.99 euro) besorgte.
viele gitarren, düstere stimmung und dazwischen die stimme eines verzweifelten engels, der kurz vorm fallen scheint. ein sehr imposantes werk. rein orchestral gesehen schon ein meisterwerk, das für sich stehen könnte, dennoch machen es der große chor und die kleine, helle stimme der brightman zu einem wahren stimmungswerk der unglücklichen, gescheiterten und verzweifelten liebenden.
weiters schnappte sich – und hier kommt wieder “lieblingscovertante” ins spiel – ein wirklich wunderbares stück musik… “symphonie” von silbermond. ist dieses lied schon ein wirkliches tränenspektakel wenn es die leute von silbermond bringen, dann kommt es hier zu einem heulkrampfmarathon erster sahne. ein wundergelungener song. und man merkt hier den deutlichen unterschied, dass die frau ein größeres stimmorgan hat als stefanie kloß (was jetzt wirklich nicht böse gemeint is). gänsehaut über das rückrat hinauflaufend. kein wunder also, dass “symphony” namengebend für das gesamte album war.
“canto della terra” wird nicht von sarah brightman allein dargeboten, nein, hier tauchen auch gut gesetzte gitarrenhighlights gepaart mit dem außergewöhnlich ergreifenden andra bocelli ein. eine weitere sehr viel versprechende kooperation der beiden. auch wenn es italienisch ist und ich somit nicht viel vom text mitbekommen hab, spiegelt es die ganze traurige stimmung der scheibe wieder. ein bombastischer chor, ein überwältigendes orchester… dieses lied macht einen wunschlos glücklich, wenn man auf emotionsgeladene balladen steht. (ich tu es auf jeden fall)
“sanvean” ist ein angenehmes zwischenstück, aber nichts wirklich besonderes, nachdem ich hier keine lyrics gefunden habe, könnte ich auch nicht über diese informieren. ganz nett, aber weit nicht so bewegend wie die vorgänger.
als nächstes kommt ein duett mit paul stanley – ich weiß, wer is das? keine ahnung! – scheinbar aber ein typischer britischer popsänger von der stimme her. ein wirklich interessantes stück, da es hier tatsächlich um liebende geht, die nicht füreinander bestimmt sind, sich aber verlieren und nun sprechen sie sich gegenseitig mut zu. unglaublich kitschig (sogar für mich zu kitschig.) ähm. ja, aber ganz nett gemacht.
“schwere träume” ein bittersüßes lied in deutsch. ich bin vollkommen hin und weg von diesem lied. hier gibt es keine unglaublichen orchestralen, choristischen übertreibungen, sondern einfach nur streicher und die brightman. so unglaublich lieblich gesungen und dann so eine traurige botschaft. mein stilles und ruhiges, wundervolles highlight. nicht mal “les fleurs du mal” kommen da ran. weniger ist manchmal doch mehr.
Schwere Träume
Siehst Du am Morgen
die schweren Träume
sie wachen über uns beide
Und tief verborgen
in unsrer Sehnsucht sind
sie wirklich wahrHörst Du am Abend
das laute Lachen
als wir noch frei und glücklich waren
In unsren Armen
ist es geboren und
unantastbarWas ist die Erde
was ist der Mond
wenn keine Liebe
in uns wohnt
Sind wir verloren
oder bleibt in Dir
ein Stück von mirSiehst Du am Morgen
die schweren Träume
sie wachen über uns beide
Und tief verborgen
in unsrer Sehnsucht sind
sie wirklich wahr
der nächste track ist ein typischer brightman: a) gecovert, b) in einer anderen sprache gecovert, c) eine ballade und d) mit einem männlichen starpartner, alessandro safina. erinnert sich noch jemand an das lied aus pearl harbor? ja, von dieser faith hill (hieß die gute so?). dass ich eine abneigung gegen ausgerechnet dieses lied hab, lässt mir zwar die stimmlich erbrachten leistungen positiv zu beurteilen, aber da ich das lied wirklich nicht mag, bleibt “sarai qui” eher eine der nicht so berauschenden nummern für mich.
“storia d’amour” ist ein schönes, fein gesungenes stück mit einem spinett (yeeahhh!!!) und einem symphonieorchester. sehr schön, sehr atmosphärisch. tief gehend und wirklich gut. ein nettes zwischenstück, bei dem im verlaufe der lieder immer mehr die streicher herausgefiltert werden, was eine zauberhafte atmosphäre schafft.
“let it rain” hebt sich schon durch den beginn von den anderen songs im wesentlichen ab. ein sehr ehrliches stück. viel klavier und sehr melancholisch. wunderschön, einfach nur gelungen.
in “attesa” erkennt man sehr stark die klassischen wurzeln, die diese frau hat. sie zeigt erneut, dass sie immer noch den schönsten sopran ganz europas hat und dass ihr die erfahrung ihres alters noch mehr vorteile eingebracht hat. wenn man sich die früheren werke von “cats” oder “phantom der oper” anhört… kein vergleich mehr zu damals. sie hat sich gesteigert und dies zeigt sich besonders in diesem schönen, sachten, orchestral begleiteten werk.
“pasiòn” beginnt mit streichern und einer hervorgehobenen akkustik-gitarre. ihr gesangspartner in diesem stück ist fernando lima und es unterscheidet sich, es klingt so warm und südlich, wärmend. nun ja, der name des liedes verspricht nicht zu wenig. wobei man sich eher fragt, is fernando lima ein mädel oder ein buberl… aber das macht es schon irgendwie spannend, als ich ihn googelte, sprang mir ein bild eines androgynen wesens entgegen. ich glaube, das gefällt mir an diesem song am besten. ^^
man fühlt sich zunächst wie in einer orff oper, da das orchester so gekonnt durcheinanderwerkelt. “running” lautet der letzte titel des albums und wenn man sich das anhört, doch plötzlich passiert etwas und es kommen elektronische geigen à la vanessa mae ins spiel. gitarren wie auf dem fly album. eine gekonnte überbrückung zwischen oper und pop… und dann… leuchten die augen auf und man hat ein dejà vue… eine kombination aus abba und dem legendären “fly” – album. da denkt man nur noch.. hey, hier kommt was positives, hier freuen sich menschen und wissen, dass man die welt verändern kann. absoluter abba-like-ohrwurm. großartig. und dann wieder der klassische teil, um den song abzurunden. einen klassische klammer mit popkern. keinem schlechten, faulen popkern, sondern einem wirklich tollen abbapopkern.
als kleines zusatzlied gibt es noch “sarahbande” (heißt wirklich so) und es scheint mehr ein trauerlied zu sein. ein wenig spukig. eine verabschiedung. ein abschluss. ein ende. das plötzlich auftaut mit akkustischen und elektronischen gitarren. fröhlich wird (warum denn schon wieder fröhlich??). irgendwie gefällt mir das lied trotzdem. einfach weil es so überraschend positiv weitergeht, obwohl das trauerthema immer noch wiedergegeben wird. das ist ein vollkommen krankes lied. ich liebe es. du weißt nicht, sollst du jetzt traurig sein oder party machen. morbid. äußerst morbid und genial. ^^
alles in allem ist das wieder ein sehr feines album von sarah brightman. ein fan sollte es sich unbedingt zulegen und es ist auch überraschender weise sehr günstig, obwohl es gerade erst rausgekommen ist. auch für genießer von großartiger gesangskunst, liebhaber der soprane und auch für menschen, die abwechslung suchen geeignet. und so wie es aussieht kann man hier auch noch einen hidden track erwarten… den muss ich allerdings erst noch suchen. ^^
neu gesprecht